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Claudio Koller · 14.10.2022

Fiatgeld einfach erklärt

Fiatwährungen sind von der Regierung herausgegebene nationale Währungen, wie US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken, die nicht durch den Wert von Edelmetallen wie Gold oder Silber gedeckt sind. Stattdessen ergibt sich ihr Wert aus der Existenz der Regierung und der Nationalbank, die sie herausgegeben hat.

Fiatgeld ist ein von Regierungen und Zentralbanken gesetzlich reguliertes Zahlungsmittel. Heute nutzen die meisten Staaten der Welt ein Fiat-Währungssystem, wobei die Stärke und der Wert der Währung meist von der wirtschaftlichen und politischen Stärke des Landes abhängig ist.

Der Ausdruck Fiatgeld hat seinen Ursprung im lateinischen Fiat-Lux, was «es werde Licht» bedeutet. Fiatgeld, also «es werde Geld», beinhaltet keinen Fundamentalwert. Der Marktwert basiert stattdessen auf den Zukunftserwartungen der Markteilnehmerinnen und -teilnehmer.

Die weitreichende Aufhebung des Goldstandards

Als Richard Nixon, der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, im Jahr 1971 den US-Dollar vom Goldpreis abkoppelte, entstand das ungedeckte Fiatgeld. Seitdem haben die meisten Länder ihre eigenen Fiatwährungen herausgegeben und verwenden sie bis heute.

Fiatgeld beruht auf Vertrauen

Bei Fiatgeld handelt es sich also um ein staatlich festgelegtes Tausch- und Zahlungsmittel, das keinen wirklichen Eigenwert hat. Der Staat oder vielmehr die Zentralbank erstellt jedoch Banknoten und Münzen, denen ein Wert zugeordnet wird. Durch diesen hypothetischen Wert wird der Fiatwährung ein bestimmter Wert zugeschrieben.

Grundsätzlich basiert der Wert des Fiatgelds somit auf dem Vertrauen der Bevölkerung gegenüber der Regierung oder der Zentralbank. Es geht also um das Versprechen des Staates, dass mit der jeweiligen Währung in der Zukunft Güter und Dienstleistungen erworben werden können. Entscheidend ist, dass die Bürger an die Kaufkraft der Währung glauben. Versagen Regierung und Zentralbanken, dann verliert auch automatisch die staatliche Fiatwährung an Wert und wird im schlimmsten Fall völlig wertlos.

Kontrolle über die Wirtschaft

Die Fiatwährung ist nicht nur von der Regierung abhängig, sondern der Staat hat durch die Währung auch eine grosse Kontrolle über die Wirtschaft und viel Macht diese zu beeinflussen. Durch geldpolitische Massnahmen, wie die Änderung von Zinssätzen und die Festlegung von Mindestreservesätzen für Banken, kann die Regierung die Landeswährung stark beeinflussen.

«Das Hauptproblem bei konventionellen Währungen ist das Vertrauen, das erforderlich ist, damit sie funktionieren. Man muss der Zentralbank vertrauen, dass sie die Währung nicht entwertet, aber die Geschichte der Fiatwährungen ist voll von Verstössen gegen dieses Vertrauen. Man muss den Banken vertrauen, dass sie unser Geld aufbewahren und elektronisch überweisen, aber sie verleihen es in Wellen von Kreditblasen, ohne auch nur einen Bruchteil davon zurücklegen zu können. Wir müssen ihnen unsere Privatsphäre anvertrauen und darauf vertrauen, dass sie unsere Konten nicht von Identitätsdieben plündern lassen. Ihre massiven Gemeinkosten machen Mikrozahlungen unmöglich.» – Satoshi Nakamoto

Inflation als Merkmal

Das Hauptmerkmal einer Fiatwährung ist die kontinuierliche Inflation. Da die Zentralbank Geld aus dem Nichts schöpfen kann um Ausgaben zu finanzieren, steigt die Geldmenge der Fiatwährung ständig an. Dadurch wird das Angebot verwässert und die Kaufkraft der Währung sinkt im Laufe der Zeit.

Fiatwährungen in gesunden Volkswirtschaften weisen in der Regel jährliche Inflationsraten von etwa 2 % auf. Die Inflationsrate wird jedoch durch wirtschaftliche Ereignisse beeinflusst. So haben beispielsweise viele Länder als Reaktion auf die COVID-19-Krise die Geldmenge mit einer expansiven Geldpolitik drastisch erhöht. Was letztlich zu einer übermässigen Inflation führte. In extremen Fällen kann eine Fiatwährung in einer Hyperinflation enden, wodurch sie ihre monetäre Funktion als Tauschmittel verliert.

Das beste Beispiel dafür veranschaulicht der venezolanische Bolivar, welcher kürzlich in einer Hyperinflation endete. Da der Bolivar durch die starke Inflation einen Grossteil seines Wertes verlor und nicht mehr als Tauschmittel genutzt werden konnte, flochten die Bürger aus den wertlosen Papiernoten Handtaschen. Das Papier als Ware hatte zu diesem Zeitpunkt also einen grösseren Nutzen bzw. Wert, als das Geld an sich.

Vorteile von Fiatgeld

Da Fiatgeld keine knappe oder beschränkte Ressource, wie Gold oder Bitcoin ist, hat die Zentralbank eines Staates mehr Kontrolle über ihren Wert. Das bedeutet, dass Regierungen das Angebot von Krediten, die Liquidität und die Zinssätze zuverlässiger und flexibler verwalten können. Mit diesen Mitteln kann der Staat die Währung also beeinflussen und so zum Beispiel in Krisen die Wirtschaft und den Finanzplatz wieder ankurbeln.

Nachteile von Fiatgeld

Da Fiatgeld nicht an einen materiellen Vermögenswert gebunden ist, hängt sein Wert von der verantwortungsvollen Fiskalpolitik der Regierung und der Zentralbank ab. Das Versagen der Geldpolitik kann also zu hoher Inflation und sogar zur Hyperinflation einer Fiatwährung führen.

Was heisst Fiskalpolitik?

Die Fiskalpolitik ist ein wirtschaftspolitisches Instrument des Staates, welches mittels der Beeinflussung von Steuern und Staatsausgaben versucht konjunkturelle Schwankungen auszugleichen. Dadurch soll ein stabiles Wirtschaftswachstum gewährleistet werden. Weitere Ziele der Fiskalpolitik sind ein hoher Beschäftigungsgrad der Bevölkerung, sowie eine gleichmässige und geringe Inflation um 2 %.

Fiatgeld vs. Warengeld

Eine Alternative zu Fiatgeld ist das Warengeld. Denn im Gegensatz zu Fiat- besitzt das Warengeld, zum Beispiel die Edelmetalle Gold und Silber, oder Waren wie Salz, Tabak oder Muscheln, zusätzlich zum Tauschwert einen gewissen inneren Wert in Form der Ware selbst. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Ressource, die konsumiert oder verbaut werden kann.

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